Merlins World - Dornbirn 
Photo: Edi Kumaropulos




Bodenga, bei Chiavenna

Photo: Kumaropulos Edi





Bodenga - glasklar

Photo: Kumaropulos Edi











Canyoningfortbildung 2005 - Qualitätssicherung

Für Bergführer mit Zusatzausbildung Canyoning und CEC Canyoningguides fand am 6. und 7. 6. 2005 eine Fortbildung mit besonderem Thema auf dem Programm.

 

Qualitätssicherung - Wir, der vorarlberger Bergführerverband legen nicht nur auf die fachliche Kompetenz großen Wert und führen dazu laufend Fortbildungen durch, sondern geben dem Thema "Qualitätssteigerung aus der Sicht des Gastes" auch einen hohen Stellenwert.

Daraus hat sich die Fortbildung für Canyoningführer mit dem Thema Qualitätssicherung ergeben.

 

Hier die Berichte eines Canyoningführers und der eines Gastes:



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Ich hatte mit 12 weiteren Personen die Möglichkeit, erstmals an einer geführten Canyonigtour im Bereich des Kobelbaches (Dornbirn) teilzunehmen.

 

Die Führung selbst, der gemischten Truppe vom reinen Anfänger, Gästen aus dem Ausland und solche die schon an Führungen teilgenommen haben, wurde von staatl. geprüften Berg- und Skiführern mit Zusatzausbildung Canyoning und CEC-Führern durchgeführt.

 

Teilnehmer:

 

Kumaropulos Edi

Strolz Jürgen

Schäfer Thomas

Matt Mathias

Sorger Hans-Peter

Schwarzmann Günther

 

Treffpunkt war die Talstation der Karrenseilbahn in Dornbirn. Am Vormittag hatte es noch geregnt, doch der Wasserstand der Ache war nicht übermaßig und gut begehbar. Es sind auch wegen dem Wetter nicht alle "Gäste" erschienen, die zugesagt haben.

Begrüßung und Vorstellung, sowie die Einführung, wo wir unsere Tour durchführen würden und was uns dabei erwarten würde, hat Edi Kumaropulos am Treffpunkt durchgeführt. Die Aufteilung der Gäste am Einstieg in zwei Gruppen und Zuordnung der Führer, war Aufgabe des zweiten Ausbildungsleiters Strolz Jürgen.

Von unserern Führern wurden wir, mit bereitgestellten Material von Strolz Jürgen und HIGH 5, nach der Einweisung versehen und eingekleidet. Die Eiweisung erfolgte anhand einer Checkliste, die ich als ehemaliger Qualitätsschutzleiter, ohne zu übertreiben als Qualitätshandbuch gemäß ISO 9001 bezeichnen möchte. Ein längerer Vortrag über alle Attribute, die bei einer solchen Tour zu beobachten sind. Abseiltechnik und richtiges Fortbewegen im Wildwasser wurden noch vor dem Einsteig in den Canyon geübt.

 

Was wir dann erleben durften, überstieg mein Vorstellungsvermögen. Tiefe, enge Schluchten, Sprünge - Rutschen und Abseilstellen im Wildwasser. Wenn man den Blick nach oben richtete, zogen bis 50 m hohe Felswände mit Moos uns Pflanzen bewachsen in den Himmel, man kann diesen Anblick nicht in Worten beschreiben, das muss man gesehen haben. Nie hätte ich in diesem Gebiet ein solches Paradies vermutet, das ich zu kennen glaubte.

Für mich nur vergleichbar mit einer großartigen Klettertour im alpinen Neuland und einem guten Partner auf den man sich in allen Situationen 100% ig verlassen kann, so wie das mein Freund Hans-Peter und ich früher oft gemacht haben.

 

Die beiden Gruppen wurden von einem Kameramann begleitet, der das Verhalten der Gäste aber auch der Führer filmte. Als Beobachter fungierten je einer der beiden Ausbildungsleiter Edi und Jürgen.

 

Nach Abschluss der Tour, hat man sich in einer gemütlichen Gaststube getroffen. Anhand des gemachten Filmes und den Beobachtungen der Teilnehmer aber auch der beiden Ausbildungsleiter über das Verhalten des Führers, wurde die gesamte Tour analysiert und dokumantiert um die Qualitätssicherung und die Sicherheitsstandarts laufend zu verbessern

 

Abschließend ist noch zu sagen, daß die gesamte Tour ohne Unfall verlaufen ist, daß aber solche Touren niemals ohne Führer zu machen sind!

Ich möchte mich im Namen alle Teilnehmer herzlichst beim gesamten Führungsteam für dieses unvergessliche Erlebnis bedanken!

 

Diese wunderbare Sportart ist jedem mutigen Menschen mit guter Konstitution in Begleitung solch hervorragender Führer zu empfehlen!

 

Starzinger Helmut (70 Jahre alt)

 

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Themenschwerpunkt:
• Praktische Führungstechnik mit Hilfe einer Gästegruppe
• Unbekannte Tour und Technikaustausch bzw. Vertiefung

Kursleitung:
• Edi Kumaropulos (Bergführer), Jürgen Strolz (CEC-Guide, Ausbildungsteam Bergrettung, Cayoninggruppe Bregenzerwald)

Teilnehmer:
• Bergführer mit Zusatzausbildung: Thomas Schäfer, Hans Peter Sorger , Mathias Matt
• CEC Cayoning Führer: Günther Schwarzmann

Fortbildungsort:
• 1. Tag in Dornbirn
• 2. Tag in Chiavenna

Fortbildungsablauf:

Tag 1

9.00 Uhr Treffpunkt Ausbildner und Kursteilnehmer in Dornbirn. Von 9.00 bis 11.00 Briefing für den weiteren Tagesablauf. Es wurde eine Gästegruppe organisiert die kostenlos eine Tour absolvieren durften um anschließend ihre Eindrücke zu schildern damit wir Führer auch einmal wirklich die andere Seite zu hören bekommen. Gemeinsam wurde die Tour Merlins-World, Kobelache in Dornbirn aufgrund des Wetters und des Wasserstandes ausgesucht. Der Wasserstand war sportlich, also ideal für die Ausbildungstour.
Nach dem organisatorischen Teil stellte uns Edi neue Ausrüstung vor. Besonders hervorheben möchte ich den neuen Canyoningrucksack von Vonblon in Nenzing der wirklich mit allen Raffinessen die bei unserem Sport benötigt werden, ausgestattet ist. Der einzige Wermutstropfen ist vielleicht der doch recht beträchtliche Preis. Weiters wurde uns noch das neue Schlagbohrset mit der Bohreraufnahme für einen normalen Hiltibohrer vorgestellt.

Um 11.00 hatten wir die 12 Gäste bei Karrenseilbahn in Empfang genommen. Dort wurden sie von Edi noch genau in unser Vorhaben eingewiesen. Anschließend fuhren wir zum Einstieg von Merlins World. Dort machten wir 2 Gruppen zu je 6 Gästen die von abwechselnd von einem Führer und einem Hilfsführer betreut wurden. Außerdem hatte jede Gruppe einen Beobachter (Kursleitung). Weiters wurde die gesamte Tour mittels Fotos und auf Video zur anschließenden Analyse festgehalten.
Die Gastteilnehmer waren bunt gemischt, von erfahrenen Bergfreunden, ein Teilnehmer war schon 70 Jahre alt (aber noch sehr rüstig), bis zu absoluten Canyoning Neulingen mit etwas Höhenangst
Die Wassertemperatur betrug nur 12°C was bei dieser aquatischen Tour noch eine zusätzliche Herausforderung darstellte.
Um ca. 15.00 Uhr beendeten wir die Tour und versammelten uns alle zur Nachbesprechung und Videoanalyse im Schluchtenstüble.
Die Tour und die Führungen sind bei den Gästen bestens angekommen. Trotzdem konnte jeder doch noch den einen oder Punkt mit Hilfe der recht kritischen Gäste und der Videoaufzeichnungen finden, den er für sich verbessern bzw. optimieren kann.

Im Anschluss machten wir eine Tourenvorbereitung für den zweiten Tag in Italien.


Tag 2

Um 5 Uhr trafen wir uns in Feldkirch zur gemeinsamen Fahrt über den Splügenpass nach Chiavenna. Dort machten wir die Tour Bodenga 1 und 2. Eine Schlucht aus Gneis mit vielen Rutschen und Sprüngen in das kristallklare Wasser. Der Himmel war strahlen blau, leider herrschte ein relativ starker Wind der uns fast zum Verhängnis wurde.
Ca. in der Mitte der Schlucht als wir gerade wieder eine Technik vertiefen wollten und wir alle zusammen bei einem harmlos ausschauende Standplatz versammelt standen, schlug plötzlich, wahrscheinlich vom starken Wind ausgelöst ein Felsbrocken Ø 20 cm 1 m neben uns ein an einer Stelle wo kurz davor einer von uns stand. Man kann ohne übertreiben sagen dass wir hier tausend Schutzengel hatten.
Wir verließen natürlich sofort diese Stelle und setzen unser Studium an einem sicheren Ort fort.
Bei der Seiltechnik konnten wir unsere gemeinsamen Erfahrungen austauschen und gleich vor Ort die verschieden Varianten vergleichen und ev. Vor- und Nachteile diskutieren.
Kleiner Auszug der Seiltechniken:
• verschiedene Arten von lösbaren Standplätzen (mittels 8er oder Halbmastwurf)
• Rappel Guide
• Traverse spannen mittels Laurenziknoten
• Seilkappen (schneiden der Kappschlinge)
• Rettungstechniken am gespannten Seil mittels Valdotain

Außerdem haben wir das Schlagbohrset mit Aufnahme für einen Hilti Bohrer im harten Gneis Gestein ausprobiert. Nach ca. 15 Minuten harter Arbeit hatten wir einen Hilti Spreizdübel M8 gesetzt.


Zum Abschluss möchte ich festhalten dass die Fortbildung professionell vorbereitet und durchgeführt wurde. Das Arbeitsklima war sehr angenehm und das Führen hat jedem Teilnehmer persönlich auch einiges gebracht für die hoffentlich erfolgreiche und möglichst unfallfreie Cayoningsaison.

Günther Schwarzmann (CEC-Guide)

 

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Topo und Inof zur Bodengaschlucht unter:  www.x-gatt.com

Ausbildungsleiter: Kumaropulos Edi


 




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