Eine von mir geleitete Reise nach Tanzania wird zu einem meiner schönsten Reise- und Bergerlebnisse. Von 17 Personen besteigen 15 den 4.566m hohen Mount Meru. Bei der Besteigung des 5.896m hohen Kilimandscharo über die Routen Machame (Aufstieg) und Mweka (Abstieg) stehen wieder 15 am Uhuru Peak, einer erreicht den Stella Point und ein weiterer muss bei ca. 5.400m Krankheitsbedingt umkehren. Eine Abschließende Safari wird mit einem Löwenrudel gekrönt.
Tagebuch zur Kilimandscharo-Reise

|
1. Tag 28.12.05 |
Über Zürich reisen wir nach Nairobi und beziehen nach einem geglückten Flug unser Hotel. Beim gemeinsamen Bier im Hotelrestaurant freuen wir uns auf die kommenden Tage. |
|
2. Tag 29.12.05 |
Beim Transfer nach Arusha lernen wir Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Bevölkerung kennen. An der Grenze (Kenya/Tanzania) machen wir Bekanntschaft mit den ersten Massei (Souvenierverkäufern). Mit Hilfe unserer Busfahrer kommen wir schnell von A nach B. Der Nachmittag ist für die Teilnehmer frei. Erkundet werden die Stadt, Supermarkt, Markt, der Hotelpool, Hotelbar, ... und natürlich bereiten wir uns für den Aufstieg zum Mount Meru vor. Packen, packen, ... |
|
Arusha Nationalpark
Momella Gate
Aufstieg zum Mount Meru |
|
|
3. Tag 30.12.05 |
Anreise in den Arusha Nationalpark und zum Momellagate, Ausgangspunkt für unseren Aufstieg zum Meru. Noch im Hotel treffen wir auf einen Teil unserer Begleitmannschaft. Guides, Cooks, ... und unser Bus ist endlich voll - für unsere Verhältnisse war der Bus vorher schon voll. Beim Gate werden die Traglasten verteilt und genau gewogen. Max. 15kg/Träger, jeder einzelne Bergsteiger muss sich ins Registrierungsbuch eintragen. Nun machen wir auch Bekanntschaft mit unserem begleitenden Parkranger (the man with the gun). Zum Schutz der Büffel vor den Touristen?! |
|
Miriakamba Saddle Hut
Little Meru 3.800m
Silvester und erster Gipfelerfolg |
|
|
4. Tag 31.12.05 |
Aufstieg zur Miriakamba Saddle Hut (ca. 3.500m). Etwas über 3.000m zeigen sich zwei Giraffen in einer Waldlichtung. Die kurze Entfernung zu den Tieren wirkt unwirklich. Nach kurzem Zögern entschwinden die Langhälse im Wald. Am Weiterweg treffen wir auf eine österreichische Reisegruppe, die ebenso wie wir den Mount Meru als Akklimatisationstour besteigen. Auf der Hütte angelangt beziehen wir unser Quartier, eine Hütte mit einen großen Schlafsaal. Um besser schlafen zu können steigen wir noch auf den Little Meru (3.800m). Die Stimmung ist gut in der Gruppe, unsere Silvestertour ein erster Gipfelerfolg. |
|
(links oben)Ausblicke auf Kibo
(rechts oben) Wetter-besserung
(links unten)Mount Meru (Socialist Peak) Das Jahr beginnt gut!
(rechts unten) Ein weiterer Besucher am Berg |
|
|
5. Tag 01.01.06 |
Unsere Neujahrstour führt uns auf den Mount Meru (Sozialist Peak 4.566m) - Ein erster Höhepunkt unserer Reise ist dessen Besteigung. Mir liegt viel daran, die Teilnehmer darauf hinzuweisen, dass hier nicht der Gipfel zählt. Für eine erfolgreiche Kilimandscharobesteigung gilt es sich gut an die Höhe anzupassen und den Körper zu schonen. Aber Bergsteiger, welche ein Leben lang auf Gipfel gestiegen sind, können mit meinem Gedankengut nichts anfangen. So kommt es wie es kommen muss, alle stehen am Gipfel. Gruppenzwang, Gruppendynamik, ... wie auch immer, beim Abstieg wird uns die Rechnung präsentiert. Die Höhe hat zugeschlagen und ein Teilnehmer kann nur mehr sehr langsam, mit Gleichgewichtsstörungen absteigen. Mit etwas Verspätung und sehr viel Sorge um die Gesundheit erreicht auch dieser TN das Ziel. Mit 15 Stunden Schlaf (ungewöhnlich für eine Silvesternacht) auf der Saddle Hut erholt sich der Körper wieder. Natürlich schlafen nicht alle so lange, die eine oder andere Pikkoloflasche wird gelehrt! Prosit Neujahr!!! |
|
Büffel |
|
|
6. Tag 02.01.06 |
Abstieg zum Momellagate. Alles klappt wieder bestens, fast alle haben sich erholt und freuen sich auf die Rückkehr ins Hotel in Arusha (unser Basislager). Am Programm steht relaxen, packen für unser großes Abenteuer Kilimandscharo, einkaufen, ... |
|
Abenteuer Kilimanjaro
2. Gruppe Uhuru Peak 5.896m |
|
|
7. Tag 03.01.06 |
Der Beginn, unser Abenteuer Kilimanjaro sehr früh am Morgen fahren wir mit dem Bus Richtung Machame Gate, der Ausgangspunkt unserer Kilimandscharo-Tour. Erstes Etappenziel ist das Machame Camp 2.980m. Beeindruckend ist in diesem Teil der Regenwald. Etwas darüber gelegen liegt unser Camp. |
|
8. Tag 04.01.06 |
Zweite Etappe zum Shira Camp 3.840m. Unser Weg führt uns durch Haushohe Erikabuschwälder ins Moorland. Die folgenden Tage sollten ein Wechselspiel von Moorland und alpine Dessert sein. Der Abend wird ein schöner mit tollen Aussichten auf Shira und Shiraplateau und schönen Wolkenstimmungen. Immer wieder sehen wir uns den klaren südlichen Sternenhimmel an. Gürtel des Orion, Kreuz des Südens, sogar entfernte Galaxien sind zu erkennen. |
|
9. Tag 05.01.06 |
Die dritte Etappe führt uns wieder etwas höher hinauf, ca. 4.500m, wir entscheiden uns aber nicht ganz zum Lavatower zu gehen. Der etwas kürzere Weg direkt zum Barranco Camp 3.950m erscheint mir zur Höhenanpassung ausreichend. Geplant ist hier ein Rasttag, aber unser Weiterweg (geplanter Weg via Western Breach) ist versperrt. Am Tag zuvor gab es hier einen großen Steinschlag mit drei Toten und einigen schwer Verletzten. Betroffen von der Unglücksnachricht entscheiden wir uns für die klassische Wegführung der Machame Route, der Weg durch die Western Breach wurde ohnehin von den Parkrangern gesperrt. |
|
10. Tag 06.01.06 |
Mit unseren Lokal-Guides besprechen wir den weiteren Verlauf unseres Vorhabens. Unser nächstes Ziel ist das Karanga Camp 3.963m. Unser Weg führt zuerst steil bergauf und danach immer wieder rauf und runter. Der letzte Stützpunkt an dem wir Wasser tanken können. Da es eine Kurze Etappe ist doch irgendwie wie ein Rasttag. |
|
11. Tag 07.01.06 |
Barafu Camp 4.600m - endlich geht es wieder bergauf. Eine kurze Etappe und obwohl wieder etwas höher ideal vor unserem Gipfelgang. Die Tage zuvor auf +/-4.000m sind für die Höhenanpassung ein ideales Rüstzeug und Grundstein für den späteren Erfolg des Unternehmens. Bis auf wenige Teilnehmer gibt es kaum Probleme mit der Höhe oder Gesundheit. Der Umstand bereits um 23:30 zum Gipfel aufzubrechen lässt uns bereits am Nachmittag etwas schlafen. Abendessen um ca. 17:00. Danach wieder schlafen, falls es die Nerven zulassen. Um 22:45 kriechen wir aus unseren warmen Schlafsäcken, das Frühstück fällt kurz aus um diese Zeit. Die bereits gepackten Rucksäcke geschultert und los geht es. |
|
12. Tag 08.01.06 |
Nahtloser Übergang in den neuen Tag (Nacht). Wir steigen ganz langsam Richtung Gipfel. Der Wind bläst uns kalt um die Ohren. Das eine oder andere Kleidungsstück wandert aus dem Rucksack und wird angezogen. Kaum gibt es ein windgeschütztes Plätzchen um bei einer kurzen Pause nicht auszukühlen. Ich nütze das langsame Tempo um einige Nachtaufnahmen zu machen. Als Reiseleiter bin ich am Schluss der Gruppe, die Führungsarbeit leisten die Lokal-Guides. Eine Lichterkette wandert zum Dach Afrikas, fast alle sind schneller unterwegs, nur wenige auch schneller am Gipfel. Pole, pole, ist das Zauberwort der Guides, was soviel wie langsam gehen bedeutet. Ich ermahne meine Leute, langsam weiterzugehen und sich nicht von anderen anstecken zu lassen. Einer hat Beschwerden und kehrt bei ca. 5.400m um. Nach der ersten kurzen Pause teilt sich unsere Gruppe. Tumain (unser Chefguide) ist zu schnell, etwa die Hälfte der Gruppe kommt mit der Rest ringt nach Sauerstoff. Ich übernehme die Führungsarbeit bei den Langsameren. Ein Schritt ist gleich Ausatmen und Einatmen. Endlich kann ich meine Erfahrung zeigen und spielen lassen - langsam kommt wieder Rythmus in die Gruppe. Hinter einem Felsen machen wir windgeschützt eine Trinkpause. Sabas (zweiter Guide) übernimmt wieder die Führung, ich reihe mich wieder Hinten ein. Immer wieder muss ich für Einzelne die Führung übernehmen. Ganz kurz unterm Kraterrand (Stella Point 5.730m) wird es hell und der Horizont färbt sich orange. Wenige Meter zum Kraterrand lasse ich die Teilnehmer alleine weiter gehen, ich muss hier meine Kamera auspacken - minutenlang starre ich in die aufgehende Sonne. Gedanken schwirren durch meinen Kopf, ein emotionsgeladener Moment geht langsam zu Ende. Jetzt bin ich mir sicher alle die noch dabei sind stehen am Gipfel. Von 17 Personen stehen 15 am Uhuru Peak (Hauptgipfel und Dach Afrikas) 5.896m und einer erreicht den Stella Point 5.730m.
Warum erreichten fast alle den Gipfel? Antwort: Sehr gute Höhenanpassung, viel Zeit und pole, pole.
Danke an alle Teilnehmer unser Team und die tolle Organisation des Veranstalters. Es ist ein Genuss auf dem Dach Afrikas gut akklimatisiert, zum richtigen Zeitpunkt, mit einer tollen Gruppe zu stehen.
Der Abstieg: ca. 2-3 Stunden über steile Lava/Schotterhänge. Rast bei Barafu und weiterer Abstieg bis Milenium Camp ca. 3.100m. Wieder mit Sauerstoffüberschuss geht es allen besser und wir schlafen zwischen Erikabüschen (Bäume). |
|
13. Tag 09.01.06 |
Nach dem Frühstück bedanken wir uns bei unserer Mannschaft mit Trinkgeld und überflüssigen Ausrüstungsgegenständen. Als Dank erhalten wir das Lied vom Kilimandscharo - gesungen von 48 Teammitgliedern (Guide - Koch - Träger). Ein toller Moment - danach verlassen wir unser Camp in Richtung Mweka Gate. Gemeinsam wird ein Bierchen getrunken, das Erste in dieser Woche, alle sind in Feierstimmung. Danach zurück ins Hotel. |
|
14. & 15. Tag 10.01.06 & 11.01.06 |
Unser Programm ist noch nicht zu Ende, wir fahren in die Tarangiri Safari Lodge. Zu sehen gibt es Löwen, Giraffen, Elefanten, Gnu`s, Dik Dik`s, Meerkatzen, Paviane, Impalas, Adler, Geier, Büffel, .... danach Rückfahrt nach Arusha, Nairobi und ab ins Flugzeug. Irgendwie geht auch in Afrika auf einmal alles sehr schnell. |
|
16. Tag 12.01.06 |
Rückflug nach Hause! Jambo Afrika! |








