Corona Virus / Covid-19

!!! UPDATE !!!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

zu Beginn der zweiten Woche in Quarantäne dürfen wir euch ein paar aktuelle Infos zusenden. Wir bekommen täglich Anfragen von besorgten Kollegen, wie es für unseren Berufsstand wirtschaftlich weiter gehen wird.

Wir Bergführer sind es gewohnt, manchmal auf schwierige Passagen zu stoßen und diese Herausforderungen zu bewältigen. Unsere „Betriebsstätte“ ist momentan geschlossen, nützt diese Phase nun zuhause um euch auf die Zeit nach diesem Ausnahmezustand vorzubereiten.

 

Gemeinsam werden wir versuchen unsere Kollegen, die diese Krise am meisten trifft, tatkräftig zu unterstützen.

 

Wir haben letzte Woche unsere Ansuchen an die Ministerien und die Regierung geschickt und wurden dort inzwischen auch „gehört“. Das heißt es ist durch unsere Aussendungen und Pressearbeit die Situation der alpinen Führungskräfte an die Öffentlichkeit und die entsprechenden Stellen in der Regierung getragen worden.

 

Zum jetzigen Zeitpunkt können wir nicht sagen, in welcher Form die Österreichischen Berg – und Skiführer mit Geldern aus dem Härtefallfonds rechnen können. Laut Regierung fallen wir sehr wohl in die Zielgruppe für diesen Fonds, wie das aber im Detail aussehen wird ist noch nicht bekannt. Wir bleiben hier natürlich für euch dran und werden diese Informationen sobald sie gesichert sind ausschicken bzw. auf unsere Homepage stellen.

 

Nachstehend die aktuellen Möglichkeiten und Unterstützungsformen, die ihr im Fall bereits beantragen könnt.

 

 

Links zu Direkthilfen und Fördermöglichkeiten

 

HÄRTEFALLFONDS: Sicherheitsnetz für kleine Betriebe / Zuschuss ohne Rückzahlungsverpflichtung

https://www.wko.at/service/haertefall-fonds-epu-kleinunternehmen.html#

 

WKO Grundumlage muss nicht bezahlt werden

https://www.wko.at/service/faq-coronavirus-infos.html#heading_Kompensation

 

AWS Überbrückungsgarantie – Haftungsübernahme

https://www.aws.at/aws-ueberbrueckungsgarantien/?ref=topnews

 

FINANZAMT - Steuerliche Erleichterungen:  Herabsetzung Vorauszahlungen, Zahlungserleichterungen, keine Säumniszuschläge/Anspruchszinsen

https://www.bmf.gv.at/public/informationen/coronavirus-hilfe.html

 

SVS - Stundung, Ratenzahlung, Herabsetzung, Nachsicht von Verzugszinsen

https://www.svs.at/cdscontent/?contentid=10007.857676&portal=svsportal&vi

 

AMS - Bergführer welche vor ihrer Selbständigkeit ein Angestelltenverhältnis (egal ob als Bergführer oder in einem anderen Beruf) hatten können sich beim AMS beraten lassen.

https://www.ams.at/arbeitsuchende/arbeitslos-was-tun/aktuelle-informationen-zum-coronavirus

Hierzu: es erreichten uns Informationen von Kollegen, denen geraten wurde, die Autorisierung Niederzulegen, um Anspruch auf AMS Unterstützung zu haben. Bitte setzt euch in dem Fall mit euren Landesverbänden in Verbindung. Hier gibt es je nach Landesgesetz Unterschiede.

Generell kann man aber festhalten, dass wir nicht ein „Gewerbe“ innehalten, welches wir niederlegen müssen. Unsere Autorisierung entspricht mehr einer Lizenz und ist nicht zwangsläufig verknüpft mit der SVS.

 

 

BETRIEBSUNTERBRECHUNGSVERSICHERUNGEN: wenn vorhanden, prüfen ob ein Anspruch besteht

 

 

Entschädigungsanspruch nach Epidemiegesetz

 

Nach § 32 Epidemiegesetz ist natürlichen und juristischen Personen sowie Personengesellschaften wegen der durch die Behinderung ihres Erwerbes entstandenen Vermögensnachteile dann eine Vergütung zu leisten, wenn und soweit u.a. der Betrieb gem. § 20 Epidemiegesetz gesperrt wurde oder sie in einer Ortschaft wohnen oder berufstätig sind, über welche Verkehrsbeschränkungen gemäß § 24 verhängt worden sind, und dadurch ein Verdienstentgang eingetreten ist.

 

Die Vergütung ist grundsätzlich für jeden Tag zu leisten, der von der jeweiligen behördlichen Verfügung umfasst ist.

 

Für selbständig erwerbstätige Personen und Unternehmungen ist die Entschädigung nach dem vergleichbaren fortgeschriebenen wirtschaftlichen Einkommen zu bemessen.

 

Der Anspruch ist grundsätzlich binnen 6 Wochen ab Aufhebung der Maßnahme bei der Bezirksverwaltungsbehörde geltend zu machen (§ 33 Epidemiegesetz).

 

Was heißt das konkret?

Im Detail ist zu prüfen, wo und unter welchen gesetzlichen Grundlagen Verkehrsbeschränkungen, Schließungen etc. verfügt wurden und für welchen Zeitraum (zb wurden in Tirol in einigen Bezirkshauptmannschaften solche Verordnungen basierend auf § 24 Epidemiegesetz erlassen. Auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten und Zeiträumen wie etwa die Ausnahmen Sölden, St. Anton und Paznauntal).

Das heißt hier wären im Fall Ansprüche geltend zu machen für die Tage ab 15.03. bis 18.03.2020 bzw. für Sölden, St. Anton und Paznauntal zu den in der Verordnung des Landeshauptmannes angeführten Zeiträumen.

Ist die Einstellung des Betriebes aufgrund des COVID-19-Maßnahmengesetzes erfolgt, ist ein Rechtsanspruch aus dem Epidemiegesetz nicht gesichert abzuleiten.

 

Es gibt kein österreichweites, einheitliches Antragsformular. In der Regel genügt ein formloses Schreiben an die Bezirksverwaltungsbehörde mit der Bezeichnung als „Antrag auf Vergütung des Verdienstentganges gem. § 32 Epidemiegesetz“ und dem entsprechenden Vorbringen zum Verdienstentgang. Die Behörde teilt anschließend mit, welche Unterlagen zum Nachweis erforderlich sind. 

 

Wir empfehlen bei Antragstellung jedenfalls einen Steuerberater beizuziehen!

 

 

Dokumentation von Verdienstausfällen

 

Um Kompensationsleistungen im Fall geltend machen zu können empfiehlt sich eine lückenlose Dokumentation zum Nachweis, dass man für einen bestimmten, konkreten Auftrag gearbeitet hätte (Rechnungen, Reservierungsbestätigungen, Auftragsbestätigungen, Anzahlungen, etc.)

Wir können euch hier als Muster eine Vorlage bieten.

+43 676 4035528